Die große Resonanz zeigt deutlich, dass es in der Region eine breite Unterstützung für das Projekt gibt – und dass jetzt der politische Wille gefragt ist.
Zu Beginn betonten Frank Uhlenhaut und Prof. Dr. Oliver Junk die hohe Bedeutung des Vorhabens für den gesamten Harz. „Wenn wir nicht laut bei diesem Thema sind, erreichen wir nichts“, machten sie deutlich. Wir wollen damit die Aufmerksamkeit von Politik, Förderern und Öffentlichkeit bündeln, um das Vorhaben voranzubringen.
HSB-Geschäftsführerin Katrin Müller stellte die im Vorjahr veröffentlichte Machbarkeitsstudie vor und erinnerte daran, dass Braunlage von Anfang an Gesellschafterin der Harzer Schmalspurbahnen ist. „Wir gehören zusammen“, sagte sie und plädierte für den Bau der sechs Kilometer langen Strecke von Elend nach Braunlage. Laut Studie belaufen sich die Investitionskosten auf rund 42 Millionen Euro. Die Planungs- und Bauzeit ist mit acht Jahren veranschlagt, vorausgesetzt, die Finanzierung steht. Umweltaspekte im Zuge des Genehmigungsverfahrens könnten einzelne Neuausrichtungen erforderlich machen.
Die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme bildete einen weiteren Schwerpunkt. Drei unterschiedliche Berechnungen der Wirtschaftlichkeitsprognosen ergaben gleichermaßen zusätzlich 300.000 bis 400.000 Fahrgäste – ein Indiz, das die Investition wirtschaftlich tragfähig erscheinen lasse. Für HSB-Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Thomas Balcerowski vom Landkreis Harz liegt die Anbindung auf der Hand. Dabei betonte er, dass die HSB in den kommenden Jahren ohnehin ihr Betriebssystem auf die gesamten 140 KM-Schienen umstellen muss, um die HSB in die Zukunft führen zu können. Als Beispiel nannte er die Mariazellerbahn in Östereich, die eine ähnliche Situation mit der Elektrifizierung ihres Streckennetzes positiv gestaltet hat. Eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen konnte damit realisiert werden, weil die Fahrzeiten enorm reduziert werden konnten. Diese Art der Modernisierung der Streckenführung ist auf grundsätzliches Interesse des Bundes gestoßen, was enorme Fördergelder zufolge haben könnte. „In diesem Kontext sollte die Anbindung Braunlages finanzierbar sein“, meinte Balcerowski. Und er stellte klar, dass Dampfloks trotz Modernisierung weiterhin Bestandteil der HSB bleiben würden.
Bürgermeister Wolfgang Langer von Braunlage machte deutlich, dass die Stadt von Beginn an „Feuer und Flamme“ für die Initiative des Landrats gewesen sei. Die Anbindung würde Braunlage enger mit Wernigerode vernetzen und die beiden größten Tourismusdestinationen miteinander verbinden. „Das zieht auch positive Effekte für den Südharz nach sich“, so der Rathauschef. Die Referenten und Gastgeber waren sich einig, dass die Besucherinnen und Besucher die positive Grundstimmung für das Projekt weitertragen sollten. Mit diesem Appell endete der Abend in der Tenne, wobei jetzt die Fragen nach der Finanzierung, dem Genehmigungsverfahren und der politischer Unterstützung zu klären sind und damit der weitere Weg beginne.